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Das Keel-Journal für Frauen

Habe ich den richtigen Muskel? Fünf Selbsttests, mit denen Sie sicher werden

Fünf einfache Prüfungen zu Hause, die zeigen, ob Sie wirklich den Beckenboden anspannen – und nicht Bauch, Po oder Oberschenkel.

7 Min. Lesezeit

Ruhiges Schlafzimmer am Morgen, ein aufgeschlagenes Bett mit Kissen und weichem Licht

Warum diese Frage so hartnäckig ist

Sie trainieren vielleicht schon seit Wochen. Oder Sie haben es früher einmal versucht, nach einer Geburt, in einem Kurs, mit einem Merkblatt. Und die ganze Zeit begleitet Sie derselbe leise Zweifel: Mache ich das überhaupt richtig?

Der Zweifel ist berechtigt. Der Beckenboden liegt innen, er bewegt nichts, was man im Spiegel sehen könnte. Viele Frauen spannen stattdessen den Po an, ziehen den Bauch ein oder pressen die Oberschenkel zusammen. Das fühlt sich nach Anstrengung an – und trifft trotzdem nicht den Muskel, um den es geht.

Die folgenden fünf Prüfungen können Sie allein zu Hause machen. Sie brauchen kein Gerät, nur ein paar ruhige Minuten. Jede Prüfung beantwortet eine andere Frage. Zusammen geben sie Ihnen ein ziemlich klares Bild.

1. Die Handprobe: Bleibt der Bauch ruhig?

Legen Sie sich auf den Rücken, die Knie angewinkelt, die Füße auf der Matratze. Eine Hand flach auf den Unterbauch, unterhalb des Nabels. Die andere Hand entspannt neben sich.

Spannen Sie jetzt so an, als wollten Sie den Urinstrahl zurückhalten und gleichzeitig verhindern, dass Luft entweicht. Innen, nach oben. Halten Sie zwei Sekunden, dann lassen Sie bewusst los.

Unter Ihrer Hand darf sich die Bauchdecke leicht anspannen – das ist normal, Bauch und Beckenboden arbeiten zusammen. Was nicht passieren soll: ein deutliches Einziehen, ein Wölben nach außen, ein Pressen nach unten. Wenn der Bauch hart wird und Sie die Luft anhalten, arbeiten Sie mit der falschen Schicht. Weniger Kraft, mehr Zielgenauigkeit.

2. Die Atemprobe: Können Sie gleichzeitig sprechen?

Spannen Sie an und halten Sie. Zählen Sie dabei laut mit: eins, zwei, drei. Oder sagen Sie einen kurzen Satz.

Wenn das geht, ohne dass die Spannung zusammenbricht, haben Sie eine Anspannung, die unabhängig vom Atem funktioniert. Genau die brauchen Sie im Alltag – beim Treppensteigen, beim Heben, beim Husten.

Wenn Sie beim Anspannen automatisch die Luft anhalten, ist das sehr häufig und leicht zu korrigieren. Üben Sie ein paar Tage lang nur dies: anspannen, ruhig weiteratmen, loslassen. Die Haltedauer ist erst einmal zweitrangig.

3. Die Spiegelprobe am Damm

Diese Prüfung ist die direkteste, und viele Frauen überspringen sie aus Scheu. Sie ist trotzdem die aussagekräftigste. Nehmen Sie einen Handspiegel, setzen Sie sich bequem hin oder legen Sie sich mit angewinkelten Beinen hin, gutes Licht.

Beobachten Sie den Bereich zwischen Scheideneingang und After, während Sie anspannen. Bei einer korrekten Anspannung bewegt sich der Damm ein kleines Stück nach innen und oben. Es ist eine feine Bewegung, kein Ruck.

Entscheidend ist das Gegenteil: Wenn sich beim „Anspannen“ etwas nach unten oder nach außen schiebt, pressen Sie. Dann bitte sofort aufhören und erst einmal nur das ruhige Atmen üben. Pressen belastet den Beckenboden, statt ihn zu stärken. Wenn Sie dabei eine Vorwölbung oder ein neues Schweregefühl bemerken, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie weitertrainieren.

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Eine Hand liegt entspannt auf dem Unterbauch, daneben eine zusammengelegte Decke

4. Die Tastprobe: spüren statt raten

Mit sauberen Händen und etwas Gleitgel führen Sie einen Finger ein kleines Stück in die Scheide ein. Dann spannen Sie an, als hielten Sie Urin und Wind gleichzeitig zurück.

Sie sollten einen sanften Druck rundherum spüren und das Gefühl, dass der Finger ein wenig nach innen gezogen wird. Danach lassen Sie los – und achten darauf, ob der Druck wirklich vollständig nachlässt. Das Loslassen gehört zur Übung, es ist kein Pausenzeichen.

Wenn Sie gar nichts spüren, heißt das nicht, dass nichts da ist. Es heißt oft nur, dass die Verbindung zwischen Kopf und Muskel eingeschlafen ist. Nach Jahren mit Harnverlust, nach einer Operation im Beckenbereich oder in den Wechseljahren ist das nicht ungewöhnlich. Diese Verbindung lässt sich wieder aufbauen.

5. Die Alltagsprobe: der Moment vor dem Husten

Die letzte Prüfung findet nicht auf der Matte statt, sondern im Leben. Warten Sie auf den nächsten Moment, in dem Sie husten, niesen oder sich bücken müssen. Spannen Sie kurz vorher an und halten Sie die Spannung während der Belastung.

Wenn Sie merken, dass dabei weniger oder gar nichts danebengeht, haben Sie den richtigen Muskel getroffen – und ihn zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt. Dieses Vorspannen ist eine eigene Fähigkeit, und sie ist im Alltag mehr wert als jede Wiederholungszahl.

Beim Wasserlassen sollten Sie dagegen nicht üben. Den Strahl gelegentlich einmal zu unterbrechen, um zu prüfen, ob es überhaupt geht, ist eine Sache. Es regelmäßig zu tun, bringt die Blase durcheinander. Nutzen Sie diesen Test höchstens einmal, und dann nie wieder.

Wenn mehrere Prüfungen unklar bleiben

Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie nach diesen fünf Prüfungen nicht bei allem ein klares Ja haben. Die meisten Frauen starten mit einem vagen Gefühl und werden erst über Wochen genauer. Die Wahrnehmung wächst mit dem Training, nicht umgekehrt.

Hilfreich ist, sich auf eine Prüfung zu beschränken, die bei Ihnen am deutlichsten funktioniert, und diese einmal pro Woche zu wiederholen. So merken Sie Veränderungen, ohne jeden Tag zu kontrollieren.

Wenn Sie über mehrere Wochen gar keine Bewegung spüren, wenn jede Anspannung schmerzt oder wenn sich etwas verändert hat, das Sie beunruhigt, lassen Sie den Beckenboden von einer Physiotherapeutin mit Beckenbodenerfahrung oder in der gynäkologischen Praxis beurteilen. Eine einzige geführte Untersuchung ersetzt oft monatelanges Rätselraten – und danach trainieren Sie mit einer Sicherheit, die Sie allein schwer herstellen können.

Keel ist ein Wellness-Programm, kein Medizinprodukt, und dieser Artikel ist eine allgemeine Information, keine medizinische Beratung. Bei Zweifeln, Schmerzen oder ungewöhnlichen Symptomen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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