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Das Keel-Journal für Frauen

Eine realistische Trainingswoche: was an welchem Tag sinnvoll ist

Kein Plan für sieben perfekte Tage, sondern eine Woche, die auch funktioniert, wenn zwei Tage danebengehen.

7 Min. Lesezeit

Ein aufgeschlagener Wochenkalender auf einem Holztisch neben einer Tasse Tee, ruhiges Morgenlicht

Warum sieben gleiche Tage nicht funktionieren

Die meisten Pläne, die Frauen sich selbst machen, sehen für jeden Tag dasselbe vor: morgens zehn Mal anspannen, abends zehn Mal anspannen, sieben Tage die Woche. Das hält niemand durch, und es ist auch nicht besonders klug. Ein Muskel braucht Tage, an denen er gefordert wird, und Tage, an denen er sich erholt.

Der Beckenboden ist Muskulatur wie andere Muskulatur auch. Er wird nicht in dem Moment stärker, in dem Sie ihn anspannen, sondern in den Stunden danach. Wenn Sie ihn jeden Tag gleich hart beanspruchen, fehlt ihm diese Zeit. Sie merken das daran, dass die Übungen schlechter werden statt besser.

Eine gute Woche hat deshalb ein Gefälle. Zwei bis drei Tage, an denen Sie konzentriert und etwas anstrengend üben. Ein paar Tage mit kurzen, leichten Einheiten. Und mindestens ein Tag, an dem nichts geplant ist. Wie das konkret aussieht, steht in den nächsten Abschnitten.

Die zwei konzentrierten Tage: Qualität vor Menge

Suchen Sie sich zwei Tage in der Woche, an denen Sie zehn ruhige Minuten haben. Nicht zwischen Tür und Angel, sondern an einem Ort, an dem Sie liegen oder sitzen können, ohne dass jemand etwas von Ihnen will. Für viele Frauen ist das Dienstag und Freitag, oder Sonntagvormittag.

An diesen Tagen arbeiten Sie an zwei Dingen. Erstens am Halten: anspannen, die Spannung einige Sekunden halten, dann vollständig loslassen – und zwar länger loslassen, als Sie gehalten haben. Zweitens an der Schnelligkeit: kurz und deutlich anspannen, sofort wieder loslassen, ein paar Mal hintereinander.

Hören Sie auf, sobald die Anspannung schwammig wird. Fünf saubere Wiederholungen bringen mehr als zwanzig, bei denen Sie längst den Po, den Bauch oder die Atmung mitarbeiten lassen. Am Ende dieser Einheit sollten Sie eine leichte Müdigkeit im Becken spüren, keinen Schmerz und kein Ziehen nach unten.

Die leichten Tage: kurz, im Alltag, ohne Programm

An den Tagen dazwischen üben Sie klein. Drei bis vier Mal am Tag ein paar Anspannungen, angehängt an etwas, das Sie ohnehin tun: beim Zähneputzen, an der roten Ampel, während der Wasserkocher läuft, in der Warteschlange an der Kasse.

Diese kurzen Einheiten sind keine Notlösung. Sie sind der Teil, der den Beckenboden mit Ihrem Alltag verbindet. Ein Muskel, der nur im Liegen auf der Matte arbeitet, hilft Ihnen wenig, wenn Sie im Supermarkt niesen müssen.

Nehmen Sie an leichten Tagen bewusst weniger Wiederholungen als an den konzentrierten Tagen. Es geht um Erinnerung und Kontrolle, nicht um Anstrengung. Wenn Sie abends das Gefühl haben, kaum etwas getan zu haben: Das ist genau richtig.

Ein Tag für den Alltagsgriff: anspannen, bevor es passiert

Reine Übungen sind das eine. Das Übertragen in Situationen, in denen tatsächlich Harnverlust auftritt, ist das andere. Planen Sie dafür einen Tag in der Woche ein, an dem Sie gezielt darauf achten.

Konkret heißt das: Bevor Sie husten, niesen, lachen, aufstehen, etwas Schweres heben oder die Treppe hinuntergehen, spannen Sie kurz vorher an. Nicht die ganze Zeit halten – nur in dem Moment, in dem der Druck kommt, und danach wieder loslassen.

Am Anfang vergessen Sie es meistens. Das ist normal und kein Rückschritt. Es reicht, wenn es an diesem einen Tag drei oder vier Mal klappt. Mit den Wochen rutscht der Griff von selbst in Situationen hinein, an die Sie gar nicht mehr denken müssen.

Lesen Sie auch: Sieben Ankerpunkte im Tag, an denen Beckenbodentraining tatsächlich stattfindet · Fünfzig schnelle oder fünf saubere? 6 Fehler, die beim Zählen passieren

Ein Paar Hausschuhe neben einem Bett, daneben eine kleine Uhr auf dem Nachttisch

Der Pausentag: geplant, nicht erschlichen

Mindestens ein Tag in der Woche gehört ausdrücklich keinem Training. Markieren Sie ihn, so wie Sie die Übungstage markieren. Der Unterschied zwischen einem Pausentag und einem ausgefallenen Tag liegt allein darin, ob Sie ihn vorher entschieden haben.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Punkt, an dem die meisten Pläne kippen. Wer sieben Tage plant und fünf schafft, erlebt zwei Niederlagen pro Woche. Wer sechs plant und sechs schafft, bleibt dabei.

Am Pausentag dürfen Sie trotzdem auf Ihren Alltag achten: in Ruhe zur Toilette gehen, nicht pressen, beim Heben ausatmen statt die Luft anzuhalten. Das kostet nichts und arbeitet mit.

Wenn die Woche schiefgeht – und sie wird schiefgehen

Es kommt eine Woche mit Besuch, Erkältung, Arbeit, einem kranken Angehörigen. Dann fallen drei Tage aus. Das Entscheidende ist, was Sie am vierten Tag tun.

Steigen Sie nicht dort wieder ein, wo Sie aufgehört haben, und holen Sie nichts nach. Nachholen funktioniert bei Muskeln nicht. Machen Sie am nächsten möglichen Tag eine kurze, leichte Einheit und nehmen Sie den normalen Rhythmus danach wieder auf.

Wenn Sie krank waren, stark gehustet haben oder operiert wurden, beginnen Sie bewusst eine Stufe tiefer als vorher. Bei einer bekannten Senkung gilt das besonders: sanft, kein Druck nach unten, keine Sprünge, kein schweres Heben. Und wenn etwas neu ist – Schmerzen, Blut, Fieber, ein Gefühl von Schwere oder eine plötzliche Verschlechterung – gehört das zu Ihrer Ärztin und nicht in den Trainingsplan.

Woran Sie sehen, dass die Woche gut war

Der Erfolg einer Woche lässt sich nicht an der Zahl der Einlagen ablesen, die Sie verbraucht haben. Das schwankt zu stark, von Tag zu Tag und von Woche zu Woche. Eine einzelne Woche sagt darüber wenig aus.

Brauchbarer sind drei andere Fragen. Haben Sie an den geplanten Tagen geübt, auch wenn es kurz war? Konnten Sie am Ende der konzentrierten Einheit noch sauber anspannen und vollständig loslassen? Und ist Ihnen mindestens einmal eingefallen, vor dem Husten oder Heben anzuspannen?

Drei Mal ja ist eine gute Woche. Zwei Mal ja ist eine brauchbare Woche. Notieren Sie sich das irgendwo kurz – zwei Striche im Kalender reichen. Nach sechs oder acht Wochen sehen Sie darin ein Muster, das ein einzelner Tag Ihnen nie zeigen kann. Und dieses Muster ist es, das sich mit der Zeit im Alltag bemerkbar macht.

Keel ist ein Wellness-Programm, kein Medizinprodukt, und dieser Artikel ist eine allgemeine Information, keine medizinische Beratung. Bei Zweifeln, Schmerzen oder ungewöhnlichen Symptomen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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